Willkommen im Verein, Torben! Viel Spaß und always happy landings! +++ Der November bringt zwei neue Mitglieder! Willkommen David und Martin! Viel Spaß und Erfolg bei der Ausbildung! +++ Herzlich Willkommen im Verein Thomas! (27.10.) +++ Christian und Dennis haben ihre PPL-Prüfung bestanden! Herzlichen Glückwunsch und always happy landings!

Auch in diesem Jahr haben sich wieder genügend Teilnehmer an der Flying-Legends-Tour gefunden. Laut Kalender war Sommer angesagt, nur hatte sich das wohl noch nicht überall herumgesprochen. In der Woche vor der Veranstaltung banges Verfolgen der Wettervorhersage. Lange Zeit waren nur Regen, Regen und Regen angesagt.

 

Zwei Tage vorher ein leichter Lichtblick, es könnte am Samstag klappen, die Regenwahrscheinlichkeit sank im Raum East Anglia.

Freitag kam dann das „Go" für die Reise. Die Wettervorhersage für den kommenden Tag ließ gutes Flugwetter erwarten.

Am Nachmittag wurden die finalen Vorbereitungen für die Reise abgeschlossen, die für die meisten VFR-PPLer doch eine außergewöhnliche Tour darstellt.
Das Einreiseformular für England wurde abgeschickt, die IFR-Flugpläne bei der Flugsicherung eingereicht und der Bus-Shuttle für den nächsten Morgen abgestimmt. Neben dem normalen Check der Maschine wurde noch eine Flasche Ersatzöl und ein passender Trichter verstaut und, wichtig aufgrund der Flugroute, für alle wurde eine Schwimmweste aus dem FFG-Bestand mit eingepackt.
Am frühen Freitagabend wurde die ENYA bei schönstem VFR-Wetter von Braunschweig nach Hannover überführt. Bei nahe zu Windstille erhielten wir trotz aktiver Piste 08, einen Abflug auf der 26 in Braunschweig, womit sich die Gesamtreise nach einer Landung auf der 09 Links in Hannover auf kurze 20 Minuten beschränkte. Direkte Rollfreigabe zur Tankstelle und freundliche Begrüßung durch den Follow-Me-Fahrer. Von ihm erhielten wir mündlich unseren Stellplatz für die Nacht zugeteilt. Nach problemlosen Tanken und Abrechnung mit unserer BP-Tankkarte sicherten wir nach kurzem Rollen die ENYA mit Radklötzen auf dem Vorfeld vor dem GAT. Die Rückreise nach Braunschweig erfolgte natürlich „In-Style" mit der ESMO. Danke an Björn für den Rückflug.

Am Samstagmorgen dann die Überraschung: die Wetterbedingungen über dem Osten Englands waren alles andere als berauschend. In Hannover schönstes Wetter (CAVOK), aber in Duxford wäre wegen der schlechten Wolkenuntergrenzen keine Landung möglich gewesen. In Cambridge als Ausweichflugplatz waren die Bedingungen für einen Instrumentenflug gegeben gewesen, jedoch am Minimum. Eine weitere Verschlechterung hätte ein erneutes Ausweichen auf einen noch weiter entfernten Flughafen mit Instrumentenlandesystem erfordert. Damit wäre die Veranstaltung für uns so gut wie ausgefallen. So sahen METAR und TAF aus:

Cambridge, wenige Kilometer nördlich Duxford, unser Ausweichflughafen:

ICAOstation: EGSC
MetarDate: 2014-07-12
MetarTime: 06:50:00
TypeOfObservation: METAR
WindDirection: 300
WindSpeed: 4
UnitOfMeasurement: KT
WindVariableFromDirection: 260
WindVariableToDirection: 030
Visibility: 3000
WeatherObserved1: BR
FirstLayerOfClouds: OVC
AltitudeOfFirstLayer: 002
Temperature: 14
Dewpoint: 13
QNH: 1015

Stansted, südlich von Duxford, versprach auch keine besseren Werte:

ICAOstation: EGSS
MetarDate: 2014-07-12
MetarTime: 06:50:00
TypeOfObservation: METAR
WindDirection: 330
WindSpeed: 4
UnitOfMeasurement: KT
Visibility: 1000
WeatherObserved1: BR
FirstLayerOfClouds: OVC
AltitudeOfFirstLayer: 002
Temperature: 13
Dewpoint: 13
QNH: 1015

TAF EGSS 120457Z 1206/1312 01004KT 1500 BR OVC002
PROB40 TEMPO 1206/1208 0300 FG BKN000
BECMG 1208/1211 9999 NSW SCT015
PROB30 TEMPO 1213/1222 3000 +SHRA
TEMPO 1222/1301 7000 RA
BECMG 1301/1304 BKN010
TEMPO 1301/1309 4000 RADZ BKN004
BECMG 1309/1312 27010KT SCT015
TEMPO 1309/1312 6000 SHRA=

METAR und TAF vom Vortag für den 12.07. sahen so aus:

METAR EGSS 110750Z 33010KT 8000 OVC004 BKN010CB 13/12 Q1017=

TAF AMD EGSS 110654Z 1106/1212 33008KT 9999 SCT005 BKN015

TEMPO 1106/1110 4000 RA BKN003
PROB30 TEMPO 1107/1109 +RA
PROB40 TEMPO 1110/1113 7000 -RADZ BKN012
PROB30 TEMPO 1113/1122 BKN012
BECMG 1122/1201 BKN004
PROB40 1201/1206 3000 BR BKN001
BECMG 1206/1209 BKN010
BECMG 1209/1212 SCT030=

Was nun? Nach kurzer Diskussion dann die Entscheidung, erst einmal nach Hannover zu fahren und die nächste Wettervorhersage abwarten. Dadurch würde sich zwar der Flugplan um eine Stunde verschieben, aber das würden wir in Kauf nehmen. Gesagt, getan. In Hannover wurde alles für den Flug vorbereitet. Die Maschine wurde gecheckt, die Ausrüstung (Foto-Rucksäcke) verstaut und die Schwimmwesten angelegt. Dann war Warten angesagt. Doch auch der nächste Forecast nach einer Stunde brachte keine neuen Erkenntnisse. Trotzdem beschlossen wir die Reise anzutreten. Es bestanden ja durchaus Chancen, dass sich das Wetter bessert und wir auf unserem Alternate Cambridge im Instrumenten-Anflug landen können (BECMG 1208/1211 9999 NSW SCT015). Unter VFR-Bedingungen wären wir an diesem Tag allerdings nicht gestartet.

Also ging es dann in Richtung England. Geplant war der Hinflug über Osnabrück an  Amsterdam vorbei über die Nordsee. 

Hinter Hannover ein paar Wolken, die sich dann aber Richtung Westen immer weiter verdichteten.

Noch vor der holländischen Grenze war die Wolkendecke dann ganz geschlossen.

Nach freundlicher Anfrage bei den holländischen Controllern konnten wir etwas abkürzen und haben südlich von Rotterdam die Küste überflogen. Wegen der geschlossenen Wolkendecke war davon aber leider nichts zu sehen. Der Flug verlief aber weiterhin völlig problemlos.

Wie sah es jenseits der Nordsee über Duxford aus? Könnten wir Cambridge nach IMC per ILS anfliegen, die Wolkendecke durchbrechen und Duxford VFR anfliegen? Die britischen Controller machten uns wenig Mut: Duxford war, wie wir schon ahnten, geschlossen. „Duxford is still closed… I will redirect you to your alternate Cambridge…“.

Kurz vor dem  Umschalten auf Cambridge Tower ließen wir uns noch einmal den aktuellen Status von Duxford geben. „Sorry guys, it’s closed…“. So entfiel auch die Option Cloudbreaking, also über Instrumentenflug die geschlossene Wolkendecke zu durchbrechen und unter den Wolken VFR nach Duxford zu fliegen.

Jetzt war Ausweichen nach Cambridge angesagt. Kurzfristig die Flugdaten angepasst, Anmeldung in Cambridge, einschwenken auf das ILS der Piste 23 und Durchbruch durch die Wolkendecke.

Bei ca. 350ft GND hatten wir Bodensicht und wenige Sekunden später berührten das Hauptfahrwerk der ENYA britischen Boden. 

 Welcome to Cambridge.

Hier standen wir nun unter grauen Wolken. Mit dem Bus hätte die Möglichkeit bestanden, nach Duxford zu kommen. Das wäre zwar nicht ganz so spektakulär wie das direkte Einfliegen, aber immerhin wären wir ans Ziel unserer Reise gekommen. Nur, was würde dann dort passieren. Wenn der Platz dicht ist, wird es wohl keine Airshow geben und stehende Flieger am Boden bei schlechtem Wetter besichtigen? Auf dem Platz  wurden wir von einem sehr freundlichen Flugplatzmitarbeiter in Empfang genommen. Gefragt nach dem Wetter, ließ er ein wenig Hoffnung aufkeimen. Es sollte noch aufklaren. Und der Mann war schließlich Brite und als solcher hoffentlich mit den Wetterkapriolen der Insel vertraut.

Zuerst mussten sowieso die Einreiseformalitäten erledigt werden, was problemlos ablief und dann konnte man ja auch gleich tanken (und ein wenig „Spotten“).

Gerade als alles erledigt war, dann die frohe Botschaft: Duxford macht auf! Also nichts wie ab in den Flieger und nach Duxford gehüpft. In Richtung Osten sah man noch den abziehenden Nebel und nach Westen hin wurde es immer heller. Nach wenigen Minuten kam der Platz in Sicht. Jeder sicherte den Luftraum auf seiner Seite ab, um weiteren Traffic rechtzeitig erkennen zu können. Die Rundflüge über dem Platz waren schon im Gange und man sah die Tigermoth‘, Texans und Dragon Rapids ihre Runden drehen. Der Anflug auf Duxford verlief aber ohne Komplikationen. 

Normalerweise stehen gegen Mittag schon unzählige Besucherflugzeuge am Rand der Landebahn, diesmal waren es wegen des Wetters nur eine Handvoll. Kaum war unsere Maschine abgestellt, kam die Sonne komplett zum Vorschein. Schönstes Sommerwetter (man könnte sagen CAVOK!) empfing uns am Boden und begleitete uns den Rest des Tages. Da das Tanken schon im Cambridge erfolgte, ging es gleich mit dem Bus-Shuttle zur Veranstaltung.

Für die Besichtigung der Flightline waren wir diesmal aufgrund des verzögerten Abflugs in Hannover leider zu spät dran, aber von der Zeit genau richtig für einen Mittagsimbiss. Na ja, hier machte jeder so seine eigenen Erfahrungen … aber letztendlich sind alle satt geworden.

Nicht nur für den Magen, auch für die Ohren wurde was geboten: Rolls-Royce Merlins:

Dann war es auch schon Zeit, sich auf die Airshow vorzubereiten. Als Standort hatten wir uns wieder das westliche Ende des Platzes ausgesucht, weil man hier sehr dicht an die Maschinen rankommt. Auf dem Weg dorthin erkannte man schon, dass das schlechte Wetter der letzten Tage auch seinen Tribut bei den teilnehmenden Maschinen gefordert hatte. Einige der angekündigten Maschinen waren nicht angereist und nahmen deshalb nicht an der Show teil. Verständlich, dass man bei diesen wertvollen Vögeln kein Risiko eingehen wollte. Trotzdem verblieb noch eine beeindruckende Zahl von Maschinen, die die Show wieder zu einem besonderen Erlebnis machten. Und es waren ein paar echte Highlights für die Kenner der Szene mit dabei.

Trotz der eingeschränkten Teilnehmeranzahl dauerten die Flying Displays wieder 3 Stunden bei schönstem Sommerwetter. Sehr beeindruckend der Formationsflug von 11 Spitfires zur Eröffnung der Show

oder die blankpolierte Curtiss P-40 Tomahawk. 

Eine absolute Rarität aus den USA ist die Boeing P-26 Peashooter aus den 30er Jahren. Die Bücker Jungmann, ebenfalls  aus den 30er Jahren, zeigte wieder eindrucksvoll ihre Kunstflugtauglichkeit. 

 

Auch die Lancaster des Battle of Britain Memorial Flight beeindruckte bei der Vorführung.

Auch in diesem Jahr waren wieder spektakuläre Formationen zu sehen.

 

 

Technischer und ästhetischer Höhepunkt der Entwicklung der kolbengetriebenen Transkontinental-Airliner war die Lockheed Constellation, liebevoll auch „Super Connie“ genannt. 

Zum Schluss stiegen wieder alle Maschinen zum Balbo auf, der großen Abschlussformation. Das war für uns dann auch wieder das Signal zum Aufbruch.

Nach einem beeindruckenden Flugtag fanden wir uns pünktlich zum Ende der Show am Transferbus ein, der uns zum südlichen Besucher-Vorfeld brachte. Nach dem Anlegen der Schwimmwesten führten wir wieder einen konzentrierten Vorflugcheck durch. Anschließend hieß es keine Minute verschwenden, denn wir wollten unbedingt vor 22:00 Uhr lokal in Hannover sein. Ansonsten würden erhöhte Nachtzuschläge zu Buche schlagen.

Abflug um Punkt 17:00 UTC (18:00 Uhr UK/19:00 Uhr Deutschland). Unser Flugplan für den Rückflug:

Aus dem Platz heraus ging es gleich nach Osten. Knapp an der Kontrollzone von Stanstead vorbei, führte die Route bei Harwich wieder über die Nordsee in Richtung Amsterdam.

Wie auf den Hinflug war es recht ruhig über dem Wasser. Über der Nordsee haben wir die Reiseflughöhe von FL 90 erreicht.

 

Richtung Osten wieder eine geschlossene Wolkendecke über Holland mit aufsteigenden, teilweise recht beeindruckenden Gewitterwolken auf unserer Flugroute. Also folgte die Anfrage an den ATC: „…D-ENYA request three degrees to right to avoid…“ Dieser Bitte wurde durch die Lotsen stattgegeben, was für unsere Strecke durchaus von Vorteil war. So konnten wir laut der errechneten Ankunftszeit im Bordcomputer der ENYA weitere Minuten bis zur Ankunft in Hannover einsparen.

In etwa auf Höhe der deutschen Grenze erhielten wir wieder Bodensicht und schönstes VFR-Flugwetter begleitete uns bis nach Hannover. Trotzdem blieben wir IFR und erhielten knapp hinter Osnabrück einen direkten  Anflug auf das ILS der 09L in Hannover.

Um 19:44 UTC, also 21:44 deutscher Zeit setze die Cirrus in der Abenddämmerung wieder auf deutschem Boden auf.

Nach dem Abrollen und Abstellen der Maschine kamen gleich zwei nette Beamte der Bundespolizei auf uns zu und erledigten die Ausweiskontrolle. Nachdem wir mit ihnen ein wenig über Duxford geplaudert hatten, machten sie sich wieder auf den Weg. Wir machten noch ein paar Fotos von der ENYA im Sonnenuntergang, packten unsere Sachen und waren pünktlich um 22:00 Uhr durchs GAT. Das war wieder ein gutes Timing.

Mit dem obligatorischen kleinen Imbiss am Flughafen Hannover ließen wir den ereignisreichen Tag ausklingen und waren uns einig, dass es trotz der kleinen Startschwierigkeiten wieder ein toller Ausflug nach Duxford war.

 

Weitere Bilder zu den Flying Legends 2014 unter:

LCBS-Berichte: Flying Legends Duxford 2014

LCBS-Berichte:Flying Legends Duxford 2014 Artwork Gallery

 

Verfasser: Uwe Bethke, Karsten Bley, Swen Johannes

 

FFG Kalender

«   November 2017   »
MoTuWeThFrSaSu
  1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
   

iCal Datei

kommende Termine

PPL: Meteorologie I Beginn: 2017-11-21, 18:00
Ende: 2017-11-21, 21:00
PPL: Kommunikation (BZF) V Beginn: 2017-11-23, 18:30
Ende: 2017-11-23, 21:30
PPL: Flugbetriebsverfahren Beginn: 2017-11-27, 19:00
Ende: 2017-11-27, 22:00
PPL: Meteorologie II Beginn: 2017-11-28, 18:00
Ende: 2017-11-28, 21:00
Sprechstunde Vorstand Beginn: 2017-11-29, 18:00
Ende: 2017-11-29, 19:30
PPL: Kommunikation (BZF) VI Beginn: 2017-11-30, 18:00
Ende: 2017-11-30, 21:00
PPL: Flugplanung I Beginn: 2017-12-04, 18:00
Ende: 2017-12-04, 21:00
PPL: Meteorologie III Beginn: 2017-12-05, 18:00
Ende: 2017-12-05, 21:00
PPL: Kommunikation (BZF) VII Beginn: 2017-12-07, 18:00
Ende: 2017-12-07, 21:00
PPL: Flugplanung II Beginn: 2017-12-11, 18:00
Ende: 2017-12-11, 21:00
Alle Veranstaltungen

EDCB.png          aerodata150     Radio38